Richtig Heizen – Wichtige Tipps zum Sparen

Wie heizen wir unsere Wohnung richtig?

In den letzten Jahren waren die Winter doch etwas milder ausgefallen als die Jahre zuvor. Allerdings müssen wir unsere Wohnung auch heizen wenn es draußen nicht so kalt ist.

Richtig heizen aber wie?

  • Wie stellen wir die Heizungsanlage eigentlich richtig ein, vorallem wenn wir längere Zeit nicht zu Hause sind?
  • Lohnt sich eigentlich eine Nachtabsenkung oder soll die Heizung auf gleichbleibender Temperatur durchlaufen?
  • Immer mehr sprechen vom hydraulischen Abgleich. Was ist darunter zu verstehen?

Immer wieder erlebe ich bei Hausbesuchen, dass in der Wohnung nur einige Räume aufgeheizt sind. Ungenutzte oder nur zeitweise genutzte Räume sind teilweise gar nicht geheizt oder das Thermostat steht nur auf Frostschutz.

  • Sparen Mieter oder Eigentümer eigentlich Energie ein, wenn die Raumtemperatur nachts oder bei längerer Abwesenheit auf Nachtabsenkung läuft?
  • Kostet die Aufheizung der abgekühlten Räume mehr Energie als was die Einsparung bringt?

Grundsätzlich lässt sich hierfür keine pauschale Antwort geben. Es kommt immer auf den Einzelfall an. In einem unsanierten Altbau ist es beispielsweise nicht so einfach möglich die Heizung zu reduzieren oder gar abzudrehen. Wird die Raumtemperatur nachts zu weit abgesenkt, kann es möglich sein dass der Heizkörper gar nicht in der Lage ist den Raum kurzfristig wieder aufzuheizen. Aus diesem Grund sollte die Nachtabsenkung nur maximal 3-4 Grad Celsius betragen.

Kann ich mit der Nachtabsenkung Energie einsparen?

Geldsparen Heizkörper mit hydraulischem Abgleich

Der Einspareffekt durch die Nachtabsenkung ist bei älteren Gebäuden und unsanierten Gebäuden etwas höher als bei gut gedämmten Wohngebäuden. Wärmeenergie fließt immer von der warmen Seite zur kalten Seite. Das heißt, dass im Winter immer die Wärmeenergie von innen nach außen fließt. Die Wärmemenge die dabei durch die Außenbauteile verloren geht ist nur vom energetischen Zustand der Außenbauteile abhängig. Durch eine gut gedämmte Außenwand geht weniger Wärmeenergie durch wie bei einer schlecht gedämmten Wand. Die Wärmemenge die durch das Außenbauteil durchfließt wird durch den U-Wert des Bauteils bestimmt. Beträgt beispielsweise der U-Wert einer Außenwand 0,20 W/m²K, dann  gehen auf einer Fläche von 1,0 m² bei einer Temperaturdifferenz von 1 K genau 0,20 W Energie verloren.

Bei energetisch gut sanierten Gebäuden oder Neubauten sind die U-Werte der Außenbauteile derart niedrig, dass durch eine Nachtabsenkung eigentlich keine Einspareffekte mehr vorhanden sind. Häufig ist bei diesen Gebäuden bereits eine Fußbodenheizung oder Wandheizung mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen eingebaut. Hierbei kann es sein, dass die Fußbodenheizung gar nicht in der Lage ist die Raumtemperatur in kurzer Zeit wieder um 3 oder 4 Grad aufzuheizen. Bei diesen Gebäuden rate ich allerdings von der Nachtabsenkung ab.

Allgemein kann man auch sagen, dass bei der Absenkung der Raumtemperatur um 1 Grad etwa bis zu 5% Energie eingespart werden.

Absenkung der Raumtemperatur bei längerer Abwesenheit

Geldsparen Heizkörper mit hydraulischem Abgleich, Energieberater Hof bis Nürnberg, Bayern bis OberpfalzBei längerer Abwesenheit ist es jedoch schon sinnvoll die Raumtemperatur um einige Grad abzusenken. Denn dann entfällt ja das tägliche Aufheizen der Räume. Das Umweltbundesamt hat hierzu in einem Artikel empfohlen, dass die Raumtemperatur auf etwa 15°C abgesenkt werden sollte. Ich bin jedoch der Meinung, dass gerade in Altbauten und unsanierten Gebäuden eine Temperatur von 15 Grad zu niedrig ist. Sie müssen beachten, wenn die Oberflächentemperatur an Außenbauteilen zu niedrig ist, bildet sich in kürzester Zeit ein Schimmelpilz.

Bei längerer Abwesenheit kommt zur Raumheizung jedoch noch ein weiteres Problem hinzu. Auch wenn die Räume ungenutzt sind müssen diese ausreichend gelüftet werden .Gerade bei Neubauten oder bei Wohngebäuden bei denen die Fenster ausgetauscht wurden, ist das ein großes Problem. Auch bei Abwesenheit sollte die Raumluft nutzerunabhängige alle 4 Stunden durch Frischluft ausgetauscht werden. Die hohe Dichtigkeit der neuen Fenster können dies leider nicht mehr gewährleisten. In meinem Artikel zur Raumlüftung können Sie mehr Informationen über die Raumlüftung und deren Gefahren nachlesen.

Sparen Sie nicht an der falschen Stelle!

Mit einem richtigen Heizverhalten können Sie die Heizkosten etwas reduzieren. Eine große Kosteneinsparung werden Sie dadurch aber nicht erreichen. Dies bringt nur eine ganzheitliche energetische Gebäudesanierung. Am besten zu einem KfW-Energieeffizienzhaus 70% oder 85%. Auf der Seite Energieberatung erhalten Sie weitere nützliche Informationen über die energetische Sanierung von Wohngebäuden und denkmalgeschützten Gebäuden.

Die wichtigsten Tipps zum richtigen Heizen

  • Rollläden und Vorhänge vor den Fenstern nachts schließen. Die Wärmeverluste lassen sich so nachts um einiges reduzieren.
  • Vorhänge oder sonstige Einrichtungsgegenstände dürfen die Heizkörperflächen nicht verdecken. Der Abstand zwischen den Heizflächen und Schränken oder Möbeln sollte mindestens 50 cm betragen. Die Raumwärmeverteilung bei Heizkörpern erfolgt durch die Luftumwälzung der Raumluft. Die vor den Heizkörpern vorbeiströmende Raumluft erwärmt sich. Diese steigt auf und strömt an der Decke entlang. Am Raumende fällt diese ab und strömt am Boden wieder zum Heizkörper. Wenn diese Konvektion durch Möbel oder ähnlich unterbrochen wird, kann das dazu führen, dass der Raum nicht richtig warm wird.
  • Heizkörpernischen schließen und die Heizkörper vor der Wand installieren. Die alten Heizkörper sind sehr dick und ragten sonst weit in den Raum. Inzwischen besitzen die Heizkörper nur noch eine geringe Bautiefe und können somit jederzeit vor der Wand installiert werden. Demzufolge können die Heizkörpernischen bei einer energetischen Sanierung zugemauert werden. Die Wärmebrücken werden dadurch reduziert. Die Raumwärmeverteilung bei Heizkörper die in einer Nische eingebaut sind, entsteht eine ungünstige Luftströmung. Die Wärme kann sich somit nicht richtig im Raum verteilen.

Nachstehend noch einige wichtige Tipps zum Heizen

  • Für jeden Raum sollte die richtige Raumtemperatur eingestellt werden. In einem Wohnraum sollte die Temperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius liegen. In der Küche reichen oft auch nur 18°C und im Schlafzimmer 17-18°C. Niedriger sollten die Temperaturen nicht liegen. Ansonsten besteht ein hohes Risiko für eine Schimmelpilzbildung.
  • Lüften Sie die Räume regelmäßig, frische trockene Luft benötigt beim Aufheizen weniger Energie als feuchte verbrauchte Luft. Im Winter ist die Außenluft kälter als die Raumluft im Gebäude. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen als warme Luft. Strömt nun die kältere Außenluft in den Wohnraum, nimmt diese Feuchtigkeit auf. Mit richtigen heizen und regelmäßigen Stoßlüften entfeuchten Sie ihre Wohnung.
  • Beugen Sie Schimmelpilz vor. Schimmelpilz entsteht wenn über einem längeren Zeitraum die Oberflächenfeuchte an Bauteilen zu hoch ist. Mit dem richtigen Heizverhalten und Lüftungsverhalten können Sie das Schimmelpilzrisiko deutlich reduzieren. Wenn an den Fenstern Wassertropfen erkennbar sind oder Wasser herabläuft ist es häufig schon zu spät.

Als Energieberater von EBS Hochfranken beantworte ich selbstverständlich gerne alle ihre Fragen zur Energieeinsparung. Diesen Service können unseren Kunden jederzeit in Anspruch nehmen, auch noch nach der Abwicklung der Sanierungsmaßnahme.

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