Luftdichtheit planen – Schäden vermeiden & Energieeffizienz sichern

Die Luftdichtheit in der Gebäudehülle ist gesetzlich gefordert und im Neubau

sowie in der Sanierung  unerlässlich.

Luftdichtheit planen – Schäden vermeiden & Energieeffizienz steigern

Die Planung der Luftdichtheit ist ein zentraler Baustein für den energieeffizienten und bauphysikalisch sicheren Neubau oder Umbau eines Gebäudes. Eine luftdichte Gebäudehülle reduziert Energieverluste, verhindert Feuchteschäden und sorgt für nachhaltige Behaglichkeit in Wohn- und Nutzräumen.

Bereits in der frühen Planungsphase muss die Luftdichtheit durch ein durchdachtes Konzept berücksichtigt werden, damit spätere Mängel und kostenintensive Nacharbeiten vermieden werden.

Warum ist Luftdichtheit so wichtig?

Baumängel an der Luftdichtheit – Auswirkungen auf Wohnkomfort, Energieverbrauch und Bausubstanz

Luftdichtheit schützt Gebäude dauerhaft vor unkontrollierten Luftströmen und damit vor Wärmeverlusten, Feuchteeinflüssen und gesundheitlichen Risiken. Sie schafft die Grundlage für effiziente Wärmedämmung und funktioniert nur in Verbindung mit einem abgestimmten Lüftungskonzept.

Eine lückenhafte Luftdichtheit kann zu erheblichen Bauschäden führen, darunter Tauwasserbildung in Bauteilen und Schimmelpilzbildung, wenn Feuchte unkontrolliert in die Konstruktion eindringt.

Gesetzliche Grundlagen & Normen

Luftdichter Anschluss von Installationsleitungen an die Dampfbremse zur Sicherstellung der Luftdichtheit

Für die Planung und Ausführung der Luftdichtheit ist in Deutschland vor allem die DIN 4108-7 – „Luftdichtheit von Gebäuden“ maßgeblich.

Diese Norm beschreibt Anforderungen an luftdichte Gebäudehüllen sowie Planungs- und Ausführungsempfehlungen und ist bei Neubau und Sanierung verbindlich anzuwenden.

Luftdichtheitskonzept: Bausteine der Planung

Luftdichter Anschluss eines Lüftungsrohres an die Dampfbremse zur Vermeidung von Undichtigkeiten

Ein vollständiges Luftdichtheitskonzept umfasst mehrere wesentliche Schritte:

  1. Grobkonzept und Zieldefinition
    Festlegung der luftdichten Hülle im Gebäude, abgestimmt auf Bauweise, Nutzung und Förderanforderungen.
  2. Detailplanung der luftdichten Ebene
    Bestimmung der luftdichten Schicht in allen Bauteilen (Wand, Decke, Dach, Boden) inklusive Übergänge und Durchdringungen.
  3. Koordination der Gewerke
    Abstimmung zwischen Architekt, Energieberater, Ausbauhandwerk und Bauleitung zur Sicherstellung einer einheitlichen Ausführungsstrategie.
  4. Qualitätssicherung
    Sichtkontrollen, baubegleitende Messungen und abschließende Luftdichtheitsmessung („Blower-Door-Test“) zur Dokumentation der Dichtheit.

Wie wird Luftdichtheit im Bau realisiert?

Detailzeichnung eines Gebäudeschnitts mit Darstellung der luftdichten Ebene und der relevanten Bauteilanschlüsse

Die luftdichte Ebene kann je nach Bauweise und Bauteil unterschiedlich ausgeführt werden:

Massivbau:
In der Regel übernimmt der Innenputz als luftdichte Schicht die Funktion der Luftdichtheit. Alle Durchdringungen wie Installationen, Steckdosen oder Versorgungseinführungen müssen luftdicht an diese Ebene angebunden werden.

Holz- und Leichtbau:
Hier werden luftdichte Schichten meist mit Dampfbremsfolien, OSB-Platten oder anderen fugenfreien Systemen hergestellt. Auch hier sind die Anschlussdetails besonders wichtig, um dauerhaft dichte Ebenen zu gewährleisten.

Häufige Fehler & Risiken bei unzureichender Planung

Undichte Luftdichtheitsschicht führt durch Konvektion zu Feuchtekondensation und schweren Schäden an Holzbalken

Unzureichend geplante Luftdichtheit zeigt sich häufig an:

  • Undichten Durchdringungen von Leitungen oder Installationen
  • Fehlender Glattstrich, insbesondere in schwer zugänglichen Bereichen
  • Unzureichender Anschluss zwischen Bauteilen

Diese Mängel führen zu ungewollter Konvektion, Feuchtetransport in Bauteile und können in der Folge zu Schimmelbildung und Gebäudeschäden führen

Blower-Door-Test: Messung der Luftdichtheit

Blower Door Test bei Baumängeln – mehr Sicherheit, weniger Schäden und geringere Kosten

Die Luftdichtheit eines Gebäudes wird standardisiert mit dem Differenzdruck-Messverfahren (Blower-Door-Test) geprüft.

Dabei wird ein definierter Druckunterschied erzeugt und das Luftvolumen gemessen, das durch Leckagen austritt. So lässt sich die Luftwechselrate (n50-Wert) bestimmen und dokumentieren.

Luftdichtheit & Lüftung – ein abgestimmtes System

Zusammenspiel von Lüftung, Luftdichtheit und Feuchteschutz zur Vermeidung von Feuchteschäden im Neubau

Ein luftdichtes Gebäude benötigt immer ein angesprochenes Lüftungskonzept, da unkontrollierte Luftwechsel über Leckagen nicht mehr stattfinden.

Gezielt geplante Lüftungssysteme helfen dabei, Feuchte zu kontrollieren, Energieverluste zu minimieren und ein gesundes Raumklima sicherzustellen.

Fazit: Warum professionelle Planung unverzichtbar ist

Fehlerhafte Luftdichtheitsschicht im Dachbereich zeigt, dass Mängel ohne frühzeitige Planung später nur schwer zu beheben sind

Nur durch eine frühzeitige, detaillierte und fachlich fundierte Planung der Luftdichtheit lässt sich ein energieeffizientes, schadensfreies und nachhaltiges Gebäude realisieren. Fehler, die in der Planungsphase entstehen, sind später oft schwer oder nur teuer zu beheben.

Ein Luftdichtheitskonzept sorgt für klare Vorgaben, transparente Ausführung und verlässliche Ergebnisse.

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Praxisbeispiele aus der Luftdichtheitsplanung

Durchdringungen der Luftdichtheitsschicht im Massivbau

Fehlender Glattstrich am oberen Mauerwerksabschluss führt zu Undichtigkeiten in der Luftdichtheitsschicht

Im Massivbau übernimmt meist der Innenputz die Funktion der Luftdichtheitsschicht. Damit die Luftdichtheit der Gebäudehülle erhalten bleibt, müssen jedoch alle Durchdringungen sorgfältig geplant und ausgeführt werden. Jede Öffnung in der luftdichten Ebene kann zu unerwünschten Luftströmungen und Energieverlusten führen.

Besonders kritisch sind Steckdosen und Lichtschalter in Außenwänden sowie Wandschlitze für Abwasser-, Heizungs- oder Warmwasserleitungen. Auch diese Installationen durchdringen an mindestens einer Stelle die Luftdichtheitsschicht und müssen daher luftdicht angeschlossen werden.

Ein besonderes Augenmerk gilt Entlüftungsleitungen, die durch die oberste Geschossdecke oder das Dach in kalte Bereiche geführt werden. Diese Anschlüsse müssen absolut luftdicht ausgeführt werden, um Feuchteschäden und Wärmeverluste sicher zu vermeiden.

Anschlussstellen luftdicht planen und ausführen

Undichte Durchführung von Installationsleitungen durch die Luftdichtheitsschicht aufgrund fehlender Detailplanung

In der Praxis zeigt sich häufig, dass Anschlussstellen nicht fachgerecht abgedichtet sind. Dabei sind für nahezu alle Bauteilanschlüsse bereits passende Dicht- und Formstücke im Handel erhältlich.

Im Rahmen eines Luftdichtheitskonzepts werden diese Anschlussdetails frühzeitig und gemeinsam mit den Ausbauhandwerkern geplant. Nur so können Rohrdurchführungen und Anschlüsse korrekt und dauerhaft luftdicht ausgeführt werden.

Wichtig ist dabei: Auch das beste Formstück erfüllt seinen Zweck nur dann, wenn es fachgerecht eingebaut und richtig angeschlossen werden kann.

Fehlender Glattstrich und unvollständige luftdichte Ebene

Unsachgemäß abgedichtete Leitungsdurchführung in der Luftdichtheitsschicht mit hohem Risiko für Undichtigkeiten

Ein weiterer häufiger Mangel ist der fehlende Glattstrich am oberen Mauerwerksabschluss. Während der Glattstrich auf Fensterbrüstungen inzwischen bei den meisten Handwerkern bekannt ist, wird er an Giebel- oder Traufabschlüssen oft nicht ausgeführt.

Ebenso fehlt häufig der Wandputz hinter Vorwandinstallationen, obwohl auch diese Bereiche Teil der luftdichten Ebene sind. Im Dachgeschoss ist der Kniestock meist nur etwa 50 bis 100 cm hoch und wird zusätzlich mit einer Trockenbauwand verkleidet. In vielen Fällen wird dabei auf den Innenputz am Kniestock verzichtet, wodurch die Luftdichtheit des Außenwandmauerwerks nicht mehr gegeben ist.

Diese Ausführungsfehler zeigen, wie wichtig eine frühzeitige Planung der Luftdichtheit nach DIN 4108-7 ist. Sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen sollte zudem immer ein Lüftungskonzept erstellt werden, um Feuchteprobleme und Bauschäden dauerhaft zu vermeiden.

Undichte Holzbalkenanschlüsse an der obersten Geschossdecke

Undichter Anschluss von Holzbalken an das Außenwandmauerwerk ohne luftdichte Ausbildung

Häufig reichen die Holzbalken der obersten Geschossdecke bis an die Außenkante des Außenwandmauerwerks. Nach dem Anbringen der Außenwanddämmung ist dieser Bereich zwar wärmetechnisch verbessert, die Luftdichtheit am Anschluss der Holzbalken an das Mauerwerk ist jedoch meist nicht gegeben. Spürbare Zuglufterscheinungen sind die Folge.

Deutlich kritischer ist jedoch die Gefahr von Feuchteeintrag durch Konvektion. Warme, feuchte Raumluft kann in das Bauteil eindringen, dort kondensieren und Feuchteschäden verursachen. In der Folge kann es schnell zu Schimmelbildung kommen.

Luftdichtheit in der Holzrahmenbauweise richtig umsetzen

Unvollständiger Anschluss der Dampfbremse an Holzbauteile führt zu Undichtigkeiten in der Luftdichtheitsschicht

In der Holzrahmenbauweise wird die Luftdichtheitsschicht seit vielen Jahren konsequent umgesetzt. Diese wird meist durch eine Dampfbremse, zum Beispiel in Form einer OSB-Platte oder Folie, hergestellt. Darüber wird häufig eine Installationsebene angeordnet, in der Elektro- und Haustechnikleitungen verlegt werden. Wichtig ist dabei, dass die Luftdichtheitsschicht nicht beschädigt oder durchdrungen wird.

Häufige Fehler treten jedoch an den Anschlüssen von Trennwänden und Decken auf. Nicht selten fehlt die Folienlage zwischen Trennwand und Außenwand, wodurch ungewollte Luftströmungen entstehen können.

Der Anschluss nichttragender Trennwände muss luftdicht an die Dampfbremse der Außenwand erfolgen. Dabei ist der Klebanschluss auf dem Ständerwerk herzustellen und anschließend durch die OSB-Platte zu überdecken. Ergänzend wird der Anschluss im Rahmen einer Wärmebrückenberechnung überprüft, um eine dauerhaft sichere Ausführung zu gewährleisten.

Praxisbeispiele aus der Luftdichtheitsplanung

Die Praxisbeispiele zeigen deutlich, dass mangelnde Luftdichtheit häufig nicht auf fehlende Materialien, sondern auf unzureichende Planung und Detailausführung zurückzuführen ist. Undichte Anschlüsse, fehlende Putzschichten oder unvollständige Folienanschlüsse führen zu Energieverlusten, Zugluft und Feuchteschäden.

Eine frühzeitige Planung der Luftdichtheit nach DIN 4108-7, abgestimmt mit allen beteiligten Gewerken, ist daher unverzichtbar. Nur so lässt sich eine dauerhaft luftdichte Gebäudehülle realisieren, die den Wohnkomfort erhöht, Bauschäden vermeidet und die energetischen Anforderungen zuverlässig erfüllt.

Fazit: Luftdichtheit konsequent planen und umsetzen

Sie möchten typische Fehler bei der Luftdichtheit von Anfang an vermeiden und Ihr Bauvorhaben fachgerecht planen? Gerne unterstütze ich Sie bei der Planung, Detailausarbeitung und Qualitätssicherung rund um die Luftdichtheit.

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